The Flat-Water-Race Herford 2008   
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Mein zweites Flat-Water-Race

Im vergangenen Jahr habe ich einiges an Moos hinter den Ohren verloren und etwas mehr Puste erworben.

Es ist nicht leicht einen Bericht zu schreiben, wenn man vorher nie weiß wer ihn lesen wird. Darum sollte er nach meiner Meinung geschrieben sein für:
Insider, Outsider, Teilnehmer, Teamkameraden und noch nie dabei gewesene.
Und das eben ist nicht ganz einfach.

An dieser Stelle ein Dankeschön an Astrid von den Underwater Dragons für die hervorragende Vertretung in Hannover mit dem Bericht. War auch mir eine Freude dich in Herford kennen gelernt zu haben.

Kurze Info über unseren Sport
1989 wurde zum 800. Geburtstag des Hamburger Hafens die erste Drachenbootregatta in Deutschland ausgetragen.
Ein Drachenboot ist (ohne Kopf und Schwanz) 12,49 Meter lang und 1,16 Meter breit. An der Spitze ist ein Drachenkopf befestigt, das Heck bildet ein Drachenschwanz. Moderne Boote sind aus Kunststoffvariationen und wiegen etwa 250 Kilogramm, klassische Bootstypen werden aus massivem Holz gefertigt und bringen fast eine Tonne auf die Waage.
Auszug aus der Seite http://www.drachenboot-duisburg.de/html/geschichte.html

Was ist eigentlich eine Drachenbootregatta?
Ich würde so ein Wochenendevent als Ü-Wochenende bezeichnen. Wofür das Ü steht? Ist doch klar, in Anlehnung an ein Ü-Ei. Es ist Spannung, Spaß und Überraschung drin, in so einem Wochenende.
Für die Banditen und Freunde natürlich auch "Eipi" unser neues Teamgetränk.

"Drachenbootrennen gehen über verschiedene Distanzen (250m Sprint, 300m Kurzstrecke, 500m Standard, 640m International, 5000m Marathon). Hierfür gibt es Richtlinien des IDBF über Mannschaftsstärke, Paddel und Bootsgrößen. Es sind maximal 22 Paddler inkl. Trommler und Steuermann erlaubt. Das Boot wird von 16-20 Paddlern, die paarweise auf Bänken neben einander sitzen, mit Stechpaddeln vorwärts getrieben. Auf dem Bug, entgegen der Fahrtrichtung, sitzt ein Trommler, der mit lauten Trommelschlägen die Paddelfrequenz vom Schlagmann übernimmt und in das Boot weiter gibt. Am Heck steht ein Steuermann, der mit einem langen Steuerpaddel die Richtung des Bootes bestimmt. Gepaddelt wird mit Stechpaddeln aus Holz, Kunststoff oder Karbon. Jeder Paddler setzt das Paddel nur auf einer Seite ins Wasser. Die Boote werden bei Wettkämpfen meist vom Veranstalter gestellt, Paddel sind i. d. R. individueller Besitz der Athleten
Entscheidend für den Erfolg eines Drachenbootteams ist nicht allein die Muskelkraft der Paddler, sondern Rhythmus und Harmonie in der Zusammenarbeit. Die Geschwindigkeit der Paddelschläge wird von den beiden Schlagleuten in der 1. Reihe des Bootes vorgegeben, die nachfolgenden Paddler müssen sich an ihren Rhythmus anpassen. Dabei werden die Paddler vom Trommler unterstützt. Eine ausgefeilte Paddeltechnik erfordert schon ein wenig Übung. Aber auch Ungeübte haben die Chance durch Teamarbeit das Boot auf Touren zu bekommen."
Auszug aus der Seite http://www.drachenboot-duisburg.de/html/geschichte.html

Vorweg noch eine kleine Begriffserklärung, von der ich glaube, dass sie im Interesse aller Drachenbootsportler ist, weil wir es ständig hören müssen.
In Anlehnung an die gerade laufende Fußball-EM haben wir heute früh beim Frühstücken auf dem Werregelände festgelegt, das wir gerne weiter mit unseren Drachenschiffen rudern, solange die bei der EM schöne Körbe werfen.
Ich hoffe, die Botschaft ist vor allem bei den Nichtpaddlern angekommen.

Was ist ein Team?
Ein Team hält mit guter Stimmung aus, wenn ein Teammitglied die Maße seines Zeltes unterschätzt und halb im Teamzelt und halb im Vorzelt eines weiteren Mitgliedes zeltet. Auch ein mit der Schnauze geparktes Auto im Teamzelt erschüttert das Team nicht.


Freitag
In diesem Jahr war es anders.
Ich habe mich selber auf den Weg nach Herford begeben, weil ich ja nun schon größer geworden bin.
Ganz alleine ist na klar auch etwas unheimlich, darum habe ich vorher noch unseren Trommler abgeholt.
Unser halbes Team war noch am Freitag mit dem Drachenboot Cup zu Gunsten der Michael Stich Stiftung auf der Binnenalster beschäftigt. So kam es, dass ich noch die Sachen von einem Teamkameraden abgeholt habe.
Ups, und ich dachte schon ich hätte viel mit, doch er dachte wohl ich habe einen Kleintransporter. Aber mein Auto war zum Glück am Ende doch größer, als ich angenommen hatte. Nun konnte es losgehen.
Nach einer stockigen Fahrt sind wir dann gut im Revier der Werres eingetroffen.
Zu unserer Freude konnten wir unsere Zelte im trockenen aufbauen.
Vor uns war nur unser Stelv da. So konnten wir auch noch die Ankunft von dem etwas anderen Wohnkomfort eines Teammitgliedes mitbekommen. Marco hatte den Wohnwagen von Wolfgang und Bianca schnell an seinen Platz gestellt und dann seinen Wohncontainer ebenso schnell und präzise platziert. Durch gute Organisation im Vorfeld waren die Plätze dafür freigehalten worden. Ein Dankeschön an die Orga der Werres.
Es war spät geworden am Freitag bis unser Team so nach und nach eingetrudelt war. Wir waren spät dran mit dem Grillen und der eine oder andere hatte den Kampf zwischen essen und schlafen wollen zu überstehen.
Alle anderen Teams waren schon lange satt und hatten sich schon anderen Dingen gewidmet.
Etwa gegen 0.00 Uhr war der Grill dann bereit für die Aufnahme von unserem Grillgut.
Schön, dass das Grillverbot nicht von Bestand war.

Hier nun ein Ausschnitt aus dem Herforder Wochenblatt, um einen Eindruck zu bekommen wer beim Flat-Water-Race in die Auslage geht, sprich an den Start.

"Beim "8. Herforder Drachenboot-Cup" paddelten am vergangenen Wochenende 33 Mannschaften mit jeweils 20 Paddlerinnen und Paddlern aus Ostwestfalen, Bremerhaven und Hamburg um die begehrten Pokale des „Flat-Water-Race 2008“ auf der Werre. Während die Kategorie „Sport“ (12 Teams) den reinen Drachenboot-Vereinsmannschaften vorbehalten war, starteten in der Kategorie „Fun“ diejenigen Teams, die nicht zwei- bis dreimal pro Woche gemeinsam trainieren können. Meist Firmenteams, Freundeskreise oder Betriebssport-gruppen."


Am Samstag sollten die Sportteams, zu denen wir gehören, ein Kurzstreckenrennen über 220m und ein Langstrecken-Verfolgungsrennen über 2600 Meter – die so genannte „Werre-Meile“, zwei jeweils 1300 Meter lange Flussdistanzen sind mit einer Wende zu fahren - auf der Werre absolvieren.

Nachdem wir am Vormittag noch ein wenig Sonne genießen konnten, bekamen wir dann zu unserem 1. Rennen rechtzeitig etwas Regen. Doch es ist ja Hamburger Wetter, so sagt man.
In diesem Jahr sollte sich noch später herausstellen, hätten wir nicht so auf die Uhr achten müssen, um rechtzeitig zu unseren Rennen im Marshalling-Bereich zu sein, wir achteten einfach auf das Wetter. Wenn es begann dunkel zu werden und der nächste Schauer kurz bevor stand, war es soweit. Nein wirklich, die Herforder haben für Hamburger Bedingungen gesorgt, damit wir uns wirklich rund um wohl fühlen.
Ihnen reichte die gute Versorgung mit Frühstück, Wurst, Kaffe und Bierstand nicht aus.
Oder hatten wir doch schon als Vorgeschmack das Isecupwetter mitgebracht!??

Anke und ich hatten immer mal wieder viel Freude daran, zur Kenntnis zu nehmen, was sich so alles im Zwischenmenschlichen an so einem Wochenende zeigt. Eben diese schönen Kleinigkeiten zum Schmunzeln.
Ü-Wochenende halt.

Nach der Pokalverleihung am Samstag für die Langstreckenläufe der Sportteams, wir belegten übrigens den 9. Platz, ging es dann in die gewohnte Partystimmung.
Ein Treffen mit dem Team SCHWENKER DRAGON HUNTER war natürlich ein unbedingtes muss. Natürlich hatten sie ihre leckeren "Wacholder-Spritzen" dabei und sie bekamen von uns "Gehirnmasse", unseren "Eipi" auf dem von ihnen gesponsorten Paddlertablettserviert.
Da es wie schon erwähnt, an diesem Wochenende nicht besonders warm und trocken war, entschlossen sich in diesem Jahr mehr Paddler und früher an der Party im Bootshaus mit zu wirken. Die Party war dank der Musik und der guten Stimmung der Paddler super. Wer sich hier nicht ausgetobt hat, der trägt selber die Verantwortung dafür.


Sonntag
Hier galt es für die Sportteams 5 Mal die Kurzstrecke zu reißen, die Herforder 220m sind gefühlte 500m, da das Wasser sehr flach in der Werre ist. Im dritten Rennen sollten wir und natürlich auch unser Gegner, dann so richtig fühlen, was es heißt Wassersport zu machen. Es schüttete wie aus Eimern.
- Das erklärt dann auch das viele Gepäck, also für die, die noch nicht im Drachenboot unterwegs waren:
- TIP: genügend Wechselkleidung und Wäscheleinen mitnehmen.
Diesen Regenguss konnten wir nur mit Humor kompensieren, es wurde angestimmt "Ich hab die Haare schön...". Unser 1a Steuermann und Trainer hatte Mühe uns wieder zur Konzentration zu bringen, denn wir sollten ja ein Rennen fahren und waren nicht auf dem Weg zur nächsten Party.
Bis auf das Langstreckenrennen, bei dem wir uns für die Verstärkung bei Jens und Heike von den Werre-Dragons bedanken, fuhren wir die Rennen mit dem von unserem Team anwesenden 10 Mann und 6 Frauen sowie unserem Trommler und unserem Steuermann.
Auch in Anbetracht unseres Pechs im vorletzten Rennen, in dem wir von der Bahn kamen und noch einen kleinen Stopp vor dem Ziel einlegen mussten, sind wir mit unserer Platzierung auf Platz 8 für die Kurzstrecken zufrieden.
Auch in diesem Jahr haben uns die Mädels der Blutgruppe mit einer kleinen aber feinen Laolawelle zu unserer Freude an der Strecke begrüßt. Schön zu sehen, Danke.

Unsere TCnette freute sich auch darüber, dass sie nicht mehr das Gefühl hatte nach den Rennen ein Sauerstoffzelt für mich zu benötigen. Ja klar, ich freute mich natürlich auch nun nicht mehr so lange nach den gefahrenen Rennen nach Luft zu ringen wie im letzten Jahr. Also nur Mut ihr interessierten Ruderer, es wird schon.

Ihr solltet Euch bei Zeiten für den Sport entscheiden, ich habe beobachten können, dass nun doch angefangen wird die "Neuen" zu taufen. Darüber habe ich mich schon die ganze Zeit gewundert, warum in dieser Richtung nichts gemacht wird. Es ist doch schließlich ein Sport, mit sonst so einigen Ritualen und es ist ein Sport der alles andere als zurückhaltend und leise ist. Die Boote werden ja auch getauft.
- Hallo ihr Banditen, ich bin nicht mehr so neu, das hättet ihr euch früher überlegen müssen.
- ZZ würde nun sagen: "Hast gerade selber gemerkt".

Ach, noch ein Tipp.
Es macht Sinn beim Ausladen des Fahrzeugs darauf zu achten, dass das Innenlicht nicht aus versehen mit einem Gepäckstück eingeschaltet wird und dann halt so lange brennt, bis die Batterie leer ist.
Danke für die Starthilfe.

Das Einladen des Gepäcks für die Rückfahrt hatte ich dann Thomas und Tristan überlassen, damit Thomas nicht nach Hamburg zurück laufen muss. Er scheint wirklich ein Packmeister zu sein, oder hat mehr Übung. Na, vielleicht muss ich dafür noch die eine oder andere Regatta anfahren, dann kann ich es vielleicht auch bald.

Das Team der Baltic-Bandits bedankt sich bei allen die wieder dazu beigetragen haben, das wir ein wunderbares Wochenende mit Euch verbringen konnten mit einem dreifachen "Schalalalala.......".
Wer das nun nicht versteht, der war auch nicht dabei.

MITMACHEN BEIM DRACHENBOOT-FESTIVAL GEWINNSPIEL?!

Das Team in einem Drachenboot...
A: rudert?
B: paddelt?

19.06.2008 Carsten

Carsten ist nicht nur ein super paddelnder Reporter sondern auch ein exzellenter Kameramann. So hat er für die Nachwelt folgendes denkwürdige Ereignis auf Silizium gebannt: Umtrunk mit den Schwenker Dragon Hunter Umtrunk mit den Schwenker Dragon Hunter hier herunterladen!
ACHTUNG: die Datei ist über 16MB gross! [KJT]

© Baltic -Bandits , 22.10.2009