Hallo liebe Drachenbootfreunde, die Banditen möchten euch hier einmal vorstellen, wie man auch außerhalb der Saison zusammen viel Spaß miteinander haben kann.
Also, wir haben für euch einmal getestet, was es mit dem Boßeln auf sich hat und ob das für ein spaßfaktorverwöhntes Drachenbootteam geeignet ist.
Nach sehr guter Vorbereitung einiger Teamkollegen haben wir uns am 19.01.2008 in Hamburg Neuengamme um 10.30 Uhr (Hey Marco, gelesen!? Nicht 11.30 Uhr!) getroffen.
Die Vorbereitung umfasste die richtige Strecke zu finden, welches durch ein kleines Testteam durch Probe - Boßeln herausgefunden wurde. Das herausfinden von dem Notwendigen was auf der Strecke und zum Boßeln benötigt wird. Das Orga-Team hat alles gegeben um uns einen super Einstieg zu ermöglichen.
Natürlich hatten wir uns so organisiert, dass hinterher niemand befürchten musste seine Fahrerlaubnis bei den "Grünen" bzw. nun bei den "Blauen" hinterlegen zu müssen.
Selbstverständlich hatten wir, wie auch für die eine oder andere Regatta, das nötige Wetter bestellt. Da wir uns ja an Land bewegten, wollten wir wenigstens Wasser von oben haben, um uns heimisch zu fühlen. Da wir als Wassersportler gut ausgerüstet sind war das überhaupt kein Problem. Vielleicht sahen wir für den einen oder anderen uns entgegenkommenden Jogger oder Radfahrer etwas merkwürdig vermummt aus, aber dafür haben wir sie alle gebührend bei ihrem Sport angefeuert. Ja kaum zu glauben, wir hatten sogar " Bob The Builder", zu erkennen am gelben Helm, mit dabei.
So nun aber endlich zu den Startvorbereitungen. Einteilung der Teams. Wir waren genug Leute um 4 Teams mit 5-6 Teilnehmern zu bilden. Jeder bekam eine laufende Nummer in der entsprechenden Teamfarbe in sein Gesicht gepinselt. Zudem hatte jedes Team einen Mundschenk zu bestimmen, welcher zusätzlich ein Kreuz gemalt bekam. Schließlich muss ja jeder wissen von wem er etwas zu trinken bekommen kann. Als nun alle in ihren Ganzkörperkondomen steckten und ihre Gesichtsbemalung fertig war ging es endlich auf Strecke. Unser Orga-Team hatte ganze Arbeit geleistet und einen geeigneten Radweg ausfindig gemacht, auf dem wir nicht zu befürchten hatten mit betrunkenen Autofahrern zu kollidieren. Außerdem war es für uns Flachlandtiroler und das Spiel eine hervorragend gerade Strecke.
Schon nach den ersten Würfen war klar, das es Sinn machte, den Werfern so genannte "Kugelsucher" voraus zu schicken, die einfach nur aufpassten, dass die Kugeln nicht unwiederbringlich in der Pampa verschwanden. Die Verpackung in ein Ganzkörperkondom war für diese Aufgabe sehr sinnvoll. Bei dem Versuch eine den Hang hinunter gerollte Kugel zu bergen kam ich auf dem durchgeweichten Boden sofort ins rutschen und tat es der Kugel gleich. Und das hatte das Orga-Team vorausgesehen und für solche Fälle Feuchttücher besorgt. Diese mussten wir vor Gebrauch nun allerdings erst einmal trocknen. Dooch, wir waren wirklich auf alles gut vorbereitet.
Nun aber halt, da war doch eine Bank, oder? Was es mit den Bänken auf sich hat? Natürlich den Einsatz der Mundschenke! Ja, super, auch hier hat es bis zur letzten Bank gereicht, obwohl es darüber unterwegs kleine Unstimmigkeiten gab.
Wo steckte eigentlich Nobbi? Wollte er nicht noch zu uns stoßen? Zum Glück hat Nobbi uns erreicht bevor wir anfingen die Kugeln in den Wassergräben zu versenken. Mit besonders feinfühligem Einsatz machte er sich als Kugelsucher Nr. ONE einen Namen (such, such die Kugel), oder vielleicht besser als Kugelfischer (ich kenne nur Steinfischer). Dank Nobbi konnten wir bis zum Schluss mit allen 4 Kugeln durchbosseln.
Die ca. 6 km lange Strecke hatten wir fast in der vorgegeben Zeit mit viel Spaß und Einsatz hinter uns gebracht, so dass wir gegen 17.30 Uhr mit halbstündiger Verspätung den reservierten Griechen erreichten. Dort wurden wir schon von unserem unfreundlichen Steuermann erwartet, der natürlich heilfroh war uns alle unversehrt zu sehen. Ein schöner Tag, wenn man nicht die ganze Zeit von hinten angebrüllt wird.
Beim Griechen haben wir uns dann wohlverdient gestärkt um den Weg nach hause antreten zu können.
Fazit: Die Banditen können diesen Sport für die Wintersaison weiter empfehlen.
20.01.2008 Carsten
Regeln Auf der Straße sind die Entfernungsmarkierungen erkennbar. Im klassischem Boßeln spielen zwei Mannschaften (bei Wettbewerben in 4 Gruppen mit je 4 Werfern besetzt) gegeneinander. Dabei gibt es keine feste Wurfbahn, sondern die Wettbewerbe finden auf Straßen statt. Jeder Werfer setzt mit seinem Wurf an dem Landepunkt des Vorwerfers seiner Mannschaft an. Ziel ist es die jeweilige Boßelstrecke mit möglichst wenigen Würfen zu überwinden. Die Mannschaft, die dafür die wenigsten Würfe benötigt, hat gewonnen. Bei gleicher Wurfanzahl wird das Spiel als unentschieden gewertet. Die Streckenlänge ist unterschiedlich, da je nach Straßenbeschaffenheit die Wurflänge unterschiedlich ausfällt. Sie sollte aber so sein, dass jeder Werfer zwischen 10 und 12 Würfe zu absolvieren hat. Dabei ist eine Gesamtstreckenlänge von ca. 8 Kilometern nicht selten. Daneben gibt es die Einzelvariante mit festen Wurfbahnen, welche oft bei Preiswerfen gewählt wird.
Saison Die übliche Saison für das Boßeln liegt im Winter und am Beginn des Frühjahrs. Der Grund für die Wahl der Jahreszeit ist, dass im Winter die Gräben, die sich in Norddeutschland beiderseits der Boßelstrecke befinden, zugefroren sind und daher das Bergen der Kugel vereinfacht wird. Da Pockholz eine höhere Dichte als Wasser hat, gehen die Boßel in Straßengräben unter. Um die Kugeln trockenen Fußes bergen zu können sind spezielle Klootsoeker (Kugelsucher, auch Kraber) in den 'boßelnden' Regionen im Handel erhältlich. Diese bestehen aus einer Stange (z. B. Besenstiel) mit einem daran befestigten Korb für die Aufnahme der Boßel.
Verbreitung Eine Gegend, in der das Boßeln in Deutschland neuerdings als Sport betrieben wird, ist HAMBURG!
© Baltic-Bandits, 22.01.2008
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