The Flat-Water-Race Herford 2007   
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Meine erste Drachenbootregatta, nicht nur mit den Baltics, sonder überhaupt in meinem Leben.

Nach einer etwa dreimonatigen Trainingszeit bei den Baltics, ging es nach Herford zum flat-water-race.
Bin in dieser Sportart völlig neu gewesen und auch sonst hatte ich mit Sport in den vergangenen vielen, sehr vielen Jahren, nicht so viel zu tun. Das Training war  gut und für mich auch  anstrengend, aber trotz allem sehr schön. Bin bei den Banditen in ein für mich wirklich passendes Team geraten. Es gab immer wieder von allen Seiten ermunternde und aufbauende Unterstützung.

So, nun sollte es wirklich zur Sache gehen, würde mein Training ausreichen um in Herford zu bestehen?
Damit ich die Strecke nicht alleine im Auto fahren mußte, hörte ich mich im Team um, und fand eine Mitfahrgelegenheit bei unserem Stellv. TC Uwe und seiner Frau Doris.
Um das Wochenende entspannt zu gestalten, hatten wir alle schon für Freitag und Montag frei genommen.
Zum Glück hatte ich noch aus meiner alten Bikerzeit alles, was man zum Campen für ein WE braucht.
Also bin ich am Freitagmorgen zu Uwe mit meinen 7 Sachen. Das Wichtigste hatte er mir schon am Donnerstag nach dem Training mitgenommen, wie Paddel, Zelt, Schlafsack, Isomatte und Stuhl. Bei Uwe angekommen hieß es ein und - umladen der Sachen. Das Auto war mit der Ausrüstung für drei Paddeler gut beladen, doch dank der Packkünste vom Stellv. passten wir auch noch gut hinein. So nun ging die Fahrt los zur ersten Regatta meines Lebens.
Wir kamen recht gut voran und waren gegen 14 Uhr in Herford. Dort standen schon ein paar wenige Zelte, Wohnmobile, Wohnwagen und Teamzelte. Uwe und Doris, als alte Hasen, trafen gleich auf alte Bekannte und wußten gleich, wo wir unsere Zelte aufbauen konnten. So taten wir dann auch. Langsam füllten sich die freien Plätze und unser Team vervollständigte sich ebenfalls nach und nach. Das Wetter war durchwachsen, aber nicht wirklich kühl und somit waren die Schauer gut zu ertragen. Die Landschaft zwischen den Zelten wurde zunehmend matschiger, doch ich fühlte mich wohl. Es war wie früher auf den Motorradtreffen, nur gab es weniger Motorradfahrer und dafür eben mehr Paddeler.

Die mir unbekannte Werre sah mir relativ friedlich aus, bis auf eine gewisse Strömung konnte ich vom Ufer aus  nichts gravierendes feststellen. Doch ich wußte schon aus Erzählungen, dass sie eben flach war und somit für Drachenboote mit entsprechendem Einsatz, besonders über die verborgenen Sandbänke, zu fahren ist. Ich sagte mir einfach Augen zu, Zähne zusammen und durch.
Natürlich haben wir unser Ankommen gebührend mit Grillen und Getränken gefeiert und die alten Hasen, auch der anderen Teams waren sich natürlich nicht fremd und haben sich rege ausgetauscht. Mußte feststellen, dass meine Kondition auch hier noch in einiges zurücksteht, doch es gibt schlimmeres und auch ich habe diesen Abend genossen, wenn auch nicht so lange. Den Begrüßungstrank der Schwenkers, abgefüllt in Spritzen, scheinbar extra auf Bestellung von uns, war wirklich originell und lecker. Ein Danke an das Team von Anakonda. Da an diesem Abend in Herford Kirmes war, gab es ein super schönes Feuerwerk, welches wir von unserem Drachenbootlager gut genießen konnten.

Der Samstag begann mit einem sehr guten Frühstück im großen Zelt.
Nun war es dann soweit, es ging los, Vorbereitung auf das 1. Rennen 230 Meter im flat water. Wir machten uns warm und gingen zum Marshallingbereich. Gesehen hatte ich das ja schon, als ich den Baltics Pfingsten einen Besuch in Hannover abstattete. Doch nun stand ich selber da und sollte in das Boot. Mit einem Steuermann der Werre Dragons ( Christoph). Meine Aufregung stieg an. Es geht los, wir fahren zum Start, ganz locker mit der Strömung, alles im Grünen. Die Starthupe ertönt.
Das Team gab alles, vor lauter Aufregung habe ich das mit dem Atmen irgendwie gar nicht mehr hin bekommen, zu dem hatte ich das Gefühl wir kommen trotz größter Anstrengung überhaupt nicht vorwärts und diese Strecke von gerade mal 230 Metern nimmt kein Ende. Auf den letzten Metern mußte ich noch kurz ein zwei Schläge nach Luft und Kraft ringend aussetzen, weil ich dem Schlag einfach nicht mehr folgen konnte. Zielhupe, es war vorbei ich war einfach nur fertig und frustriert das ich nicht mitkam und mich einfach nur wie der Bremser fühlte. Doch auch hier kamen vom Team wieder ermutigende Worte. Um einfach wieder  zu mir zu kommen suchte ich mein Zelt auf und legte mich erst mal einen Augenblick zum Sammeln hin. Das Team machte mir Mut für das noch heute bevorstehende 2600 Meter Rennen. Direkt nach meinem 1. Rennen hätte ich am liebsten mein Paddel verschenkt und wäre nach Hause getrampt.
Doch ich konnte mich dann wieder entspannen. Es war noch genug Zeit um die Strecke bis zum Wehr, der Wendemarke für die 2600 Meter, am Ufer ab zu gehen. Oh man, das soll ich nachher im Boot mit paddeln?!

Trotz sehr gemischter Gefühle stieg ich auch zur Langstrecke wieder in das Boot. Die Starthupe-- und es ging los.
Der Start war gut und die Schlagzahl war natürlich geringer als auf der kurzen Strecke. Doch alle mußten daran denken sich die Kräfte gut einzuteilen, da es hin mit der Strömung und zurück gegen die Strömung ging. Da wir keinen eigenen Steuermann mit hatten, steuerte uns hier der Steuermann der Underwater Dragons, Rainer Büsing.
Dank seiner Erfahrung hatten wir eine super Wende ohne großen Schubverlust vor dem Wehr  hin bekommen.
Unter Applaus der Zuschauer. Dieses Mal reichte meine Luft und Kraft um wenigstens den Schlag mitzuhalten.
Wir waren nach knapp 15 min paddeln im Ziel. Nach diesem Rennen ging es mir erstaunlich besser als nach der Kurzstrecke und ich hatte wieder Mut für den nächsten Tag, für den 5x 230 Meter angesagt waren.

Der Samstag lief dann mit einer gelungenen Party im großen Zelt aus. Bei der guten Musik konnte ich meine Füße nicht still halten und tanzte, bis ich patschnass geschwitzt war, um mich dann nach einem letzten Bier vorm Zelt zurück zu ziehen, damit ich die kommenden 5x 230 Meter am Sonntag besser mache als in meinem 1. Rennen. Naja, viel schlimmer hätte es auch nicht werden können.

Sonntag begann der Tag dann wieder mit einem super Frühstück. Die Verpflegung bei den Werres war allgemein Super, an dieser Stelle ein Dankeschön für die gute Organisation an die Werre-Dragons.
Auch an dieser Stelle ein Danke an die Blutgruppe für Eure schöne Laolawelle an der Strecke für uns.

Etwa 10.30 Uhr startete unsere zweite 230 Meter Regatta und um 11 Uhr Nummer 3, die weiteren im stündlichen Abstand.
Meine Konzentration galt meine Atmung und der Schlagzahl. Diese Rennen liefen von Rennen zu Rennen besser, was man auch unseren gefahrenen Zeiten entnehmen konnte. Unser Team, natürlich inklusive meiner Person, war am Ende der Regatta sehr zufrieden mit dem was wir geleistet hatten. Von 10 Teams im Fun Sportbereich haben wir in der Kurzstrecke den 5. und für die Langstrecke den 6. Platz belegt.

Sonntag, 24.06.2007, Kurzstrecke (200 m), Endergebnis Sport-Mannschaften, 6 Läufe:
5. Platz Baltic-Bandits (WSAP Hamburg) 06:53,42
Sonntag, 24.06.2007, Werremeile (2,5 km), Sport-Mannschaften (1 Lauf):
6. Platz Baltic Bandits (WSAP, Hamburg) 14:48,91

 

Einige von uns und auch die meisten der anderen insgesamt 30 Teams haben sich am Sonntag nach der Siegerehrung auf den Heimweg gemacht. Einige von uns, so auch ich, blieben noch bis Montag.
Ich kann nur jedem, der es vielleicht mal im Drachenboot versuchen möchte, sagen: Versucht es, denn es macht wirklich Spaß.

Carsten (Carstensen)

www.wochenanzeiger-herford.de/allgemein/7-flat-water-race_2007-06-26_27660.shtml

© Baltic-Bandits, 09.07.2007